Welche Verhütungsmethode ist für mich die beste ? 

 

Pille:

 

Die Pille ist die in Europa am weitesten verbreitete Verhütungsmethode. Sie gilt als sehr sicher. Von 1000 Frauen, die diese Methode anwenden, werden nur ca.  3 Frauen schwanger.  Bei der Pille wird täglich eine bestimmte Hormonmenge eingenommen, die dazu führt, dass kein Eisprung stattfindet.  Nach 3-wöchiger Einnahme erfolgt eine 1-wöchige Pause, in der es zu einer "Regel"-ähnlichen Blutung kommt. Es gibt mittlerweile einen großen Markt an unterschiedlichen Präparaten in verschiedenen Zusammensetzungen, sodass für jede Frau die passende Pille gefunden werden kann.  Einige sehr niedrig dosierte Präparate sind  auch für junge Mädchen gut geeignet.  Von großem Vorteil ist die hohe Zyklusstabilität, d.h. die Regel kommt pünktlich u. ohne Beschwerden. Wichtig ist, dass die Pille  jeden Tag möglichst zur gleichen Zeit eingenommen wird u. dass keine vergessen wird. Von den meisten Frauen wird die Pille sehr gut vertragen. 
   
Spirale:

Die Spirale (Intrauterin-Pessar) ist eine mechanische Verhütungsmethode. Sie wird während einer Regelblutung eingesetzt und verbleibt dann bis zu 3 Jahre in der Gebärmutter. Die heute gängigen Modelle sind Kupfer-Spiralen. Die Spirale bewirkt, dass sich eine evt. befruchtete Eizelle nicht in die Gebärmutterschleimhaut einnisten kann. Sie gilt als  ziemlich sicher: von 100 Frauen, die diese Methode anwenden, wird etwa 1 schwanger. Häufig sind die Regelblutungen bei Frauen, die eine Spirale tragen, stärker.  Der Vorteil der Spirale liegt darin, dass man nicht täglich an die Verhütung denken muss. 

Seit neuestem gibt es auch eine Hormon-haltige Spirale, die im Prinzip genauso funktioniert, die aber durch die Abgabe des Hormons eine noch höhere Sicherheit erreicht. 

   
Sterilisation:

Die sicherste, wenn auch zumeist nicht rückgängig zu machende Methode der Verhütung stellt die Sterilisation dar. Dabei werden entweder die Eileiter bei der Frau oder die Samenleiter beim Mann durchtrennt. Eine Befruchtung ist dann nicht mehr möglich. Ihr Nachteil besteht in ihrer Endgültigkeit, weshalb sie nur für Paare geeignet ist, die sich mit Sicherheit keine Kinder mehr wünschen. Der Eingriff beim Mann ist risikoärmer (örtliche Betäubung) als bei der Frau, denn bei ihr muss ein operativer Eingriff mit Vollnarkose durchgeführt werden.
   
Depot-Hormone: Für Frauen, für die weder die Pille noch die Spirale in Frage kommt, die aber dennoch sicher verhüten wollen (von 1000 Frauen, die diese Methode ein Jahr anwenden, werden x schwanger), stehen noch die Depot-Hormone zur Verfügung. Dabei handelt es sich um reine Gestagen-Präperate. Ihr Vorteil ist: es gibt keine Anwendungsfehler (z.B. Pille vergessen). Ihr Nachteil: es treten häufig Zyklusstörungen auf. Zwei Methoden sind gebräuchlich:
- die 3-Monats-Spritze: dabei wird die notwendige Hormonmenge in den Gesäßmuskel gespritzt. Sie ist für 3 Monate wirksam.
- das Hormon-Implantat "Implanon": dabei handelt es sich um ein Hormon-haltiges kleines Stäbchen, das in örtlicher Betäubung unter die Haut gesetzt wird u. bis zu 3 Jahren wirksam ist.
 
   
Mechanische
Methoden:

Diese Methoden bieten einen deutlich geringeren Empfängnisschutz. Die Zahlen schwanken stark, aber man kann etwa von 7 Schwangerschaften ausgehen, wenn 100 Frauen eine dieser Methoden 1 Jahr lang anwenden.

Das Diaphragma: dabei handelt es sich um eine elastische Gummikappe, die von der Frau selbst vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt wird u. dort über den Muttermund gestülpt wird. Das heute gängige Modell ist das lea-contrazeptivum. Ein Anpassen ist nicht erforderlich, das Diaphragma hält durch Adhäsionskräfte selbst am Muttermund. Es muss etwa 8 Stunden nach dem Verkehr in der Scheide verbleiben. Zur größtmöglichen Sicherheit sollte es stets in Verbindung mit einer spermiziden Creme verwendet werden. 

Das Kondom: bisher das einzige Verhütungsmittel für Männer (die Sterilisation zählt nicht zu den klassischen Verhütungsmitteln, da sie eine endgültige Methode ist). Es handelt sich um eine sehr dünne Gummi- oder Latexhülle, die kurz vor dem Verkehr über den Penis gezogen wird. Der unschätzbare Vorteil des Kondoms besteht darin, dass es Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten bietet (wie HIV, Syphilis oder Tripper)  
Das Schaum-Ovulum:  ist ein Scheidenzäpfchen, das kurz  vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt wird. Es bewirkt, dass die Spermien bewegungsunfähig werden.  Als alleiniges Verhütungsmittel ist das Schaum-Ovulum nicht  geeignet, es sollte stets als Zusatz zu Diaphragma oder Kondom angewendet werden. Es kann bei häufiger Anwendung zu einer leichten,  harmlosen Reizung der Schleimhaut kommen.
   
Zeitwahlmethoden:

Ein regelmäßiger Zyklus ist für die Zeitwahl-Methoden von großer Bedeutung. Frauen sind innerhalb eines Zyklus nur an wenigen Tagen fruchtbar, die restliche Zeit können sie nicht schwanger werden. Durch verschiedene Methoden (Messung der Körpertemperatur, Führung eines Zykluskalenders, Beobachtung des Gebärmutterhalssekrets, Messung eines bestimmten Hormons im Harn, neuerdings auch spezielle "Computer", ) wird versucht, den Zeitpunkt des Eisprungs zu erfassen.
Insgesamt zählt man die Zeitwahlmethoden zu den mittelmäßig zuverlässigen Verhütungsmethoden. Von 100 Frauen, die diese Methoden 1 Jahr lang ordnungsgemäß anwenden, werden etwa 3 schwanger. Für Frauen mit einem unregelmäßigen Zyklus sind diese Methoden nicht zu empfehlen, da die Bestimmung der fruchtbaren Tage sehr ungenau wird.
Die Zeitwahl-Methoden erfordern sehr viel Disziplin.
   
Pille danach: Kein eigentliches Verhütungsmittel. Nach dem ungeschützten Verkehr wird durch die kurzfristige Einnahme einer relativ hohen Hormonmenge  die Einnistung einer evt. entstandenen Schwangerschaft verhindert.
   
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